Winter in England: Temperaturen um den Gefrierpunkt, starker Wind und Regen. Nein, das ist kein Werbetext von 3 Wettertaft eines bekannten Haarpflegemittel-Herstellers. Es beschreibt vielmehr die Wetterbedingungen in dem kleinen englischen Örtchen Wolverhampton in der Nähe von Birmingham, wo Jahr für Jahr eines der wohl härtesten Hinderniss-Rennen stattfindet. Dieses Jahr haben mein bester Kumpel Carlo, drei seiner Arbeitskollegen und ich an diesem verrückten Lauf teilgenommen und unsere körperlichen und mentalen Grenzen neu entdeckt.
Das Toughguy-Rennen ist ein Hinderniss-Parcour, der von dem ehemaligen Mitglied der königlichen Grenadieurs Guards Billy Wilson entwickelt wurde. Billy Wilson entwickelte früher Trainingscamp und steckte wahrscheinlich seine grausamsten Ideen in diesen Parcour: 15 km Länge, 10 Meter hohe Kletterhindernisse, fiese Bergläufe, Robben durch 50 cm tiefen Stacheldraht und vieles mehr.
Das schlimmste an dem ca. 2 Stunden andauernden Lauf sind aber die vielen Wasserhindernisse in Verbindung mit den Temperaturen um die 0°C. Nachdem man sich in der ersten Stunde konditionell verausgabt hat, folgen in der "zweiten Hälfte des Rennens" Hindernisslauf durch einen Wassergraben, Durchqueren von Gruben mit bis zur Hüfte gefüllten Wasser, Wandern durch Schultertiefe Teiche mit anschließendem Tauchen unter eine Brücke hindurch, 3 Meter Sprungbrett ins kalte Wasser und und und...
Letztendlich stößt man konditionell bzw. moralisch an seine absoluten Grenzen und man ist unterkühlt. Bei mir hat kurz vor Ende des Rennens die Vernunft gesiegt, nachdem ich gemerkt habe, dass ich langsam die Kontrolle über meinen Körper verliere und die Gefahr einfach zu groß wurde, von einem der hohen Hindernisse zu stürzen. Es wären noch 15 Minuten bis zum Ziel gewesen, aber ich entschied mich, den Rest auf dem normalen Fussgängerweg ins Ziel zu joggen. In meinen Augen ist es wichtiger, die Risiken einschätzen zu können und rechtzeitig aufzuhören anstatt falschen Ehrgeiz zu zeigen.
Trotz der Quälerei und Schmerzen hat sich der Ausflug nach Wolverhampton gelohnt, da man eine solche Erfahrung nicht so oft in seinem Leben macht und ich einfach meine Grenzen kennengelernt habe.











